zurück

Lebensmittelimporte schaden der Umwelt-Bilanz

19. Oktober 2016 08:24

SCHWEIZ (Zürich) – Fast die Hälfte der in der Schweiz gekauften Lebensmittel ist importiert. Und damit schaden die Schweizer der Umwelt mehr als sie denken, denn die heimischen Produzenten unterliegen weit strengeren ökologischen Gesetzen als die ausländischen.

Von Ruth Preywisch

Ökologisches Denken mit heimischen Produkten
Ökologisches Denken mit heimischen Produkten

Laut einer Studie des Bundesamtes für Umwelt fällt mit der hohen Zahl an Importen automatisch auch ein erheblicher Teil der negativen ökologischen Effekte aus landwirtschaftlicher Produktion im Ausland an. Rund 60 Prozent der negativen Umweltbilanz gehe auf das Konto der Importe.

Der Schweizer Bauernverband SBV fordert deshalb die Verbraucher auf, mehr heimische Produkte zu kaufen. Aufgrund der strengen Gesetzgebung, insbesondere des Ökologischen Leistungsnachweises, den 98 Prozent der einheimischen Bauern erfüllen, geht der Verband davon aus, dass in der Schweiz sorgfältiger gewirtschaftet und die Umwelt deshalb verhältnismässig weniger belastet wird.

Jeder umweltbewusste Verbraucher müsse sich die Frage stellen, welche Importe aus Sicht der Umwelt mehr und welche weniger problematisch seien. Ein Anhaltspunkt zur Schätzung des ökologischen Fussabdrucks eines Produkts sind immer die Transportwege.

Wenn Nahrungsmittel mit dem Flugzeug transportiert werden, schiesst der CO2-Ausstoss nach oben. Grünspargel oder Bohnen aus Ägypten belasten die Umwelt zehnmal mehr mit CO2 als dasselbe Produkt aus der Schweiz. Saisonale Produkte haben oft automatisch eine bessere Ökobilanz, weil sie aus der Region stammen.

Der Bauernverband gibt jedoch auch zu bedenken, dass die Öko-Bilanz nicht alles sei. Ökonomisch-soziale Aspekte würden mit diesem Konzept nicht berücksichtigt. Palmöl zum Beispiel habe eine recht gute Öko-Bilanz, schade jedoch der Biodiversität und würde unter sozial schwierigen Bedingungen produziert.

Ebenfalls nicht eingerechnet sei Food Waste, also die überschüssigen Nahrungsmittel, die im Müll landen. Der Verband geht davon aus, dass etwa ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren gehen, und das vor allem in privaten Haushalten. Ein grosser Teil davon ist Importware, die ohnehin schon einen schlechteren ökologischen Fussabdruck besitzt.

Der Verband schlussfolgert, dass das fruchtbare Land der Schweiz aufgrund dieser Bilanz und den weltweit knapper werdender Ressourcen unbedingt besser genutzt werden müsse. Wer in der Schweiz wirklich Wert auf nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum lege, der sei gut beraten, sich beim Einkauf auf Schweizer Lebensmittel zu konzentrieren.

0 1

Kommentare

Sicherheitscode eingeben:

Weitere News

Ein legendärer Rekordkoch gibt das Zepter ab
22.05.2017

DEUTSCHLAND (Baiersbronn) – Spitzenkoch Harald Wohlfahrt zieht sich als Küchenchef aus der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn zurück. Der 61-Jährige ist ein Ausnahmetalent, er verteidigte seine drei Sterne ganze 25 Jahre lang – ein deutscher Rekord. Weiterlesen

Salz macht hungrig, nicht durstig
18.05.2017

DEUTSCHLAND (Köln) – Gleich zwei Langzeitstudien haben eine lange gängige These widerlegt. Wer viel Salz isst wird davon nicht etwa durstig, wie bisher angenommen, er bekommt stattdessen Hunger. Das Geheimnis dahinter ist der Harnstoff. Weiterlesen

Kambly feiert 111 Jahre Bretzeli
11.05.2017

SCHWEIZ (Trubschachen) – Bretzeli oder auch Bricelets kennt wohl jeder Schweizer. In Trubschachen im Emmental werden sie von Kambly seit 111 Jahren hergestellt und das Jubiläum ist ein guter Grund, die Gebäckspezialität ausgiebig zu feiern. Weiterlesen

Meine Favoriten
Nach oben

Jetzt Facebook-Fan werden und keine Story verpassen

Jetzt Facebook-Fan werden

Jetzt den Feinschmecker.com
Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand - die besten Rezepte & Storys - das Feinschmecker.com Mailing kostenlos abonnieren.

Datenschutz wird bei uns gross geschrieben - wir geben Ihre Daten niemals weiter. Der Newsletter kann jederzeit gekündigt werden.