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Alfalfa

Alfalfa
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Allgemeines

Als Alfalfa bezeichnet man die gekeimten Sprossen der Luzerne, die hierzulande immer häufiger auf der Speisekarte stehen. Dabei handelt es sich um eine mehrjährige, immergrüne und winterharte Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler, die bis zu 80 Zentimeter groß werden kann. Vom Menschen wird die Luzerne schon seit Jahrtausenden kultiviert.

Als Nahrung tauchte die Pflanze wohl zum ersten Mal im arabischen Raum auf. So lassen sich Belege dafür finden, dass sie schon vor über 5.000 Jahren als Tier- und Menschenfutter angebaut wurde. Es handelt sich also keineswegs um eine Modeerscheinung, die mit der Veggie-Szene Einzug in unseren Sprachraum erhalten hat. Mit dieser Bewegung geht höchstens die neumodische Benennung einher. Während die Sprossen in Fachkreisen schon seit Jahrzehnten in Deutschland bekannt sind, wich nur der allgemeine Terminus. So wurden aus den Sprossen der Luzerne die Alfalfasprossen. Diese Betitelung geht zwar auf die arabische Sprache zurück, jedoch findet der Begriffswechsel eher im – in den USA kultiviertem – Modebegriff seinen Ursprung.

Wissenswertes

Auch wenn immer wieder von den Sprossen der Luzerne die Rede ist, ist es in Wirklichkeit meist nicht die reinrassige Pflanze, die für die Nahrungsbeschaffung angebaut wird. Vielmehr handelt es sich um die Bastard-Luzerne, wobei es sich um eine Kreuzung aus der eigentlichen Luzerne und dem Sichelklee handelt. Diese Form ist widerstandsfähiger und kann an weitaus mehr Orten der Welt angebaut werden. In Deutschland wächst die Bastard-Luzerne sogar wild, was man von der reinrassigen Form nicht behaupten kann.

Die Pflanze, die eigentlich aus dem arabischen Mittelmeerraum stammt, kann auch ohne großen Aufwand im heimischen Garten angepflanzt werden. Dafür braucht sie nur ein sonniges Fleckchen und hin und wieder etwas Wasser. Die Aussaat erfolgt im Frühling und geerntet werden kann bis zu dreimal im Jahr. In heimischen Gefilden ist eine Pflanze circa zwei bis drei Jahre nutzbar, ehe sie neu ausgesät werden muss.

Einkauf und Lagerung

Alfalfasprossen sind in jedem gut sortierten Biomarkt zu haben. Auch der ein oder andere Supermarkt führt inzwischen schon die gesunden Nahrungsmittel. Dabei kommen die Sprossen meist aus Holland, wo sie im Gewächshaus gezüchtet werden. Wenn man jedoch auf die Herkunftsbezeichnung achtet, findet man auch Alfalfasprossen aus ökologischem Anbau. Diese sind natürlich weitaus eher zu empfehlen, zumal man nicht nur der Natur, sondern auch dem eigenen Körper, einen Gefallen macht, wenn man auf das Bioprodukt zurückgreift.

Zuhause sollten die Sprossen nicht allzu lange gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie zwei bis drei Tage, ehe sie beginnen welk und ungenießbar zu werden. Zu empfehlen ist also, die Sprossen direkt nach dem Einkauf zu verzehren. Sollte aufgrund einer eigenen Ernte doch mal ein größerer Bestand anfallen, spricht nichts gegen das Einfrieren der Sprossen. Kenner merken den Unterschied zwischen aufgetauter und frischer Ware allerdings sofort.

Inhaltsstoffe

Schon bei einem kurzen Blick auf die Inhaltsstoffe fallen die großen Mengen an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen ins Auge. Die Angaben variieren aber sehr stark. So macht es einen großen Unterschied, ob die Sprossen selbst gezogen werden, oder aus Massenkulturen im Gewächshaus stammen. Dennoch: Wer regelmäßig Alfalfa auf den Speiseplan setzt, macht keinen Fehler und der eigenen Gesundheit ganz sicher einen Gefallen.

Nennenswert sind die Vitamine A, C, E und K vertreten. Außerdem enthält die Alfalfa auch gewisse B-Vitamine. Dabei sind die Anteile der Vitamine B1 und B6 bemerkenswert hoch. Das gilt im übrigen auch für die Mineralstoffe und Spurenelemente Eisen, Zink, Phosphor, Kalium, Magnesium und vor allem Calcium. Neben lebenswichtigen Arminosäuren fallen auch die sekundären Pflanzenstoffe auf, die bei der Vorbeugung von Krankheiten eine enorm große Rolle spielen.

Verwendung

Alfalfasprossen werden grundsätzlich roh verzehrt, weil sie nur dann im Vollbesitz aller Aromastoffe und der wichtigen Inhaltsstoffe bleiben. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Sprossen nicht zu warmen Speisen genießen kann. Wichtig ist dann nur, dass sie erst ganz zum Schluss zur Mahlzeit hinzugegeben werden. So machen sie sich auch dekorativ als Topping auf einer Suppe und schaffen geschmacklich das gewisse Etwas.

Ansonsten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Egal ob auf einem Butterbrot, oder in jedem beliebigen Salat, Alfalfasprossen sind vielseitig einsetzbar und verfügen über einen besonders frischen Geschmack. Vor allem Rohkostsalaten verleihen sie eine besondere Note, die man auf jeden Fall einmal probiert haben sollte.

Gesundheitlicher Nutzen

Die Liste der gesundheitlichen Vorzüge, die Alfalfasprossen mitbringen, ist genauso lang, wie die Tradition der Nutzpflanze. Dabei werden in erster Linie die vielseitigen Antioxidantien und das Chlorophyll beachtet. Beide Stoffe beugen präventiv einer Vielzahl von Krankheitserscheinungen vor, weswegen man niemals zu viele von ihnen zu sich nehmen kann. Die entgiftenden Fähigkeiten kommen in erster Linie der Leber und dem Magen-Darm-Trakt zugute. Zudem haben Pilzinfektionen dadurch einen schweren Stand.

Außerdem verdienen es die Saponine, die reichlich in der gekeimten Sprosse enthalten sind, beachtet zu werden. Ihnen wird in vielerlei Hinsicht ein gesundheitlicher Nutzen nachgesagt. Sie wirken positiv gegen Autoimmunkrankheiten, beugen Entzündungskrankheiten vor und mindern sogar das Krebsrisiko. Darüber hinaus haben sie die Fähigkeit Cholesterin im Darm zu binden. Auf diese Weise wird verhindert, dass der gefährliche Stoff in den Blutkreislauf kommt.

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