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Hirse

Hirse
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Allgemeines

Hirse gehört zu den Getreidearten, die im vergangenen Jahrhundert langsam aus dem Bewusstsein in unserem Sprachraum verschwanden. Das hat sich in den letzten Jahren aber grundlegend geändert. Die Hirse ist wieder auf dem Vormarsch und erhält in viele Küchen Einzug. Das liegt auch daran, dass die Veggie-Szene den goldenen Alleskönner für sich entdeckt hat. Zudem kommen die individuellen Vorteile gegenüber anderen Getreidearten, wie Roggen und Weizen, die immer öfter auf Unverträglichkeiten stoßen. Auch die wertvollen Inhaltsstoffe sprechen für sich. 

Schon vor 8.000 Jahren wurden das älteste Getreide der Welt verwendet. Damals diente es vorwiegend um Fladenbrot herzustellen. So ist anzunehmen, dass die Hirse in vergangenen Jahrtausenden noch ein Grundnahrungsmittel darstellte, das täglich verzehrt wurde. Nachweise dafür finden sich überall auf der damals bekannten Welt. Selbst in China reicht die Kultivierung der gesunden Getreideart mehrere Jahrtausende in die Vergangenheit zurück.

Wissenswertes

Während die Hirse hierzulande wieder im Kommen ist, gerät sie anderenorts ins Hintertreffen. Vor allem in der Dritten Welt wurde Hirse gerne als Grundnahrungsmittel verwendet. Der größer werdende Anklang in der westlichen Welt, lässt den Handelspreis allerdings stetig steigen. Das führt letztendlich dazu, dass Hirse, gerade in Afrika, langsam aber sicher zu teuer wird. Hier ist es der Mais, der ihr allmählich den Rang abläuft.

Eigentlich ist Hirse eine Sammelbezeichnung für viele verschiedene Getreide- bzw. Hirsearten. Alleine 16 Arten werden weltweit zu Nahrungszwecken kultiviert. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Größe der Körner sowie ihrer Farbe. In deutschen Supermärkten liest man oft die Bezeichnung Goldhirse. Auch hierin können sich verschiedene Arten verstecken. Gemeint ist lediglich, dass es sich um eine meist goldfarbene Hirseart handelt, die im Vorfeld geschält und gewaschen wurde. Goldhirse kann ohne weitere große Umstände direkt in der Küchen verwendet werden.

Einkauf und Lagerung

Eigentlich kann man beim Einkauf von Hirse nicht wirklich etwas falsch machen. So werden die Getreidekörner in Deutschland meist abgepackt, geschält und roh verkauft. Da kann man lediglich darauf achten, dass das Produkt aus biologisch verträglichem und ökologischem Anbau kommt. Hirse mit entsprechenden Kennzeichnungen ist qualitativ besser, zumal auch das Schälen schonender vonstatten ging. Ein Großteil der wertvollen Mineralstoffe befindet sich direkt unter der Schale. Maschinen, die es zu gut meinen, entfernen wichtige Inhaltsstoffe.

Bei der Lagerung gilt es da Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten. Meist ist die Hirse aber noch länger in Ordnung, wie das Datum angibt. Dann ist es aber wichtig, dass man die goldenen Körner dunkel und trocken lagert. Ansonsten kann Hirse schnell ranzig werden. Aufschluss darüber gibt der Geruchstest. Ranzige Hirse lässt sich ganz einfach an ihrem Duft identifizieren.

Inhaltsstoffe

Bei der Betrachtung der Inhaltsstoffe von Hirse, fallen in erster Linie die Mineralstoffe und Spurenelemente ins Auge. So sind Flour und Eisen in vergleichsweise großen Mengen vertreten, aber auch die 1,8 Milligramm Zink auf 100 Gramm Hirse können sich sehen lassen. Darüber hinaus warten Calcium mit 20 Milligramm, Chlor mit 15 Milligramm, Kalium mit 44 Milligramm und Magnesium sogar mit 170 Milligramm auf dieselbe Menge Hirse auf. Alleine der Tagesbedarf an Magnesium kann schon mit 175 Gramm Hirse abgedeckt werden.

Ebenso bemerkenswert sind der Eiweißanteil und die B-Vitamine. Gerade in Bezug auf die Vitamine B1, B5 und B6 kann sich die Hirse durchaus sehen lassen. 100 Gramm Hirse reichen bereits aus, um einen Drittel des Tagesbedarfs der Vitamine B1 und B6 abzudecken. Beim Vitamin B5 ist es immerhin ein Sechstel.

Verwendung

Hirse lässt sich keineswegs nur zum Backen verwenden, wie es unsere Vorfahren einst gemacht haben. Die Möglichkeiten, das gesunde Getreide in der Küche einzusetzen, sind weitaus vielfältiger. Empfehlenswert ist auch eine ähnliche Zubereitung wie Reis. Dabei sollte aber beachtet werden, dass Hirse weitaus mehr Wasser absorbiert und es somit sein kann, dass stetig Flüssigkeit hinzu gegeben werden muss. Gutes Salzen ist ebenso ein Muss. Auf diese Weise wird eine körnige Konsistenz gewährleistet. Andernfalls erhält man einen Brei ohne Biss, der natürlich auch – gerade für Kleinkinder – gewollt sein kann. 

Besonders schmackhaft und gesund sind auch Hirsebratlinge. Hierfür wird zuerst ein sämiger Brei zubereitet. Dabei kann gerne auch Brühe statt Wasser verwendet werden. Anschließen wird dieser Brei mit kleingehacktem Gemüse und frischen Kräutern vermengt, um letztendlich Hirsebuletten zu formen. Diese müssen nun nur noch von beiden Seiten in etwas Fett angebraten werden und schon hat man eine leckere Mahlzeit, die nicht nur Vegetarier zu begeistern weiß.

Wichtig ist allerdings, dass Hirse vor der Zubereitung immer gut gewaschen wird. In und direkt unter der Schale befindet sich der unverträgliche Stoff Phytin. Um sicher zu sein, dass keine Rückstände davon im Essen landen, sollte Hirse am besten 30 Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden. Anschließend muss nur noch das Wasser abgeschüttet und die Hirse noch mal abgebraust werden, dann kann die Zubereitung beginnen.

Gesundheitlicher Nutzen

In erster Linie empfiehlt sich Hirse für alle, die mit einer Glutenunverträglichkeit leben müssen. Im Gegensatz zu den meisten Getreidesorten enthält Hirse nämlich kein Gluten und kann bedingungslos eingesetzt werden. Aber auch ohne eine Uverträglichkeit ist Hirse gut für den Magen-Darm-Trakt und bringt zahlreiche positive Erscheinungen mit sich. 

Das natürliche Eisen in der Hirse hat auch einen sehr gesundheitsdienlichen Effekt. So ist es an der Blutbildung und an der Sauerstoffversorgung des Körpers beteiligt und bringt selbst bei Müdigkeit positive Effekte mit. Dabei empfiehlt sich die Kombination von Hirse und Vitamin C, damit das Eisen noch besser vom Körper absorbiert werden kann.

Silicium und Magnesium sind reichlich in der Hirse vertreten. Ein regelmäßiger Verzehr wirkt sich, aufgrund des Magnesiums, positiv auf chronische Entzündungen und sogar Herz-Kreislauf-Beschwerden aus. Zusätzlich ist das Silicium gut für Haut, Haare und Nägel. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird Hirse gerne als natürliche Schönheitskur bezeichnet.

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