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GINnovationen – Die Renaissance des Gins, Teil 2

GINnovationen – Die Renaissance des Gins, Teil 2
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Seitdem die alte Barkultur derzeit eine Renaissance erlebt, bekommt Gin wieder Oberwasser. Oder, wohl besser formuliert, Oberspirituose. Dazu tragen auch Brennereien aus der Schweiz und Österreich mit bemerkenswerten Qualitäten bei.

Das nennt man Gemeinschaftsproduktion. Unter Mitarbeit des britischen Gin-Spezialisten Dr. David Clutton kreierten Beat Sidler und Gustav Inglin einen der jüngsten Gins aus der Schweiz. Gebrannt wurde der Breil Pur London Dry Gin in der rund 200 Jahre alten Destillaria Candinas in einem mit Eschen- und Tannenholz befeuerten Kupferbrennofen.

Dieser Bio-Gin mit Quellwasser aus den Bündner Bergen enthält unter anderem von Hand gepflückte Botanicals aus der Schweiz, wie Alpenwacholder, Alpenrosen und Schokoladenminze und zeigt sich im Glas mit kräftiger Wacholdernote, begleitet von Minze, Zitronen und Orangen. Im Mund gesellen sich noch blumige Noten und feine Gewürze dazu. Edel ist auch die Verpackung mit einem Siegel am Flaschenhals und einzeln nummeriert.

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Ebenfalls in Bio-Qualität ist der Clouds Gin, den der Schweizer Kirschenbrenner-Spezialist Lorenz Humbel zusammen mit Andreas Kloke, Bar-Chef vom Züricher “Clouds”, entwickelte. Das Resultat zeigt vor allem feine Aromen von Zitrusfrüchten und nach dem Schlucken spürt man eine sehr feine, zarte Kirschnote. Quasi das Erkennungszeichen des Clouds.

Die Schweiz kann Gin

Neben diesen Bio-Qualitäten gibt es noch weitere überzeugende Wacholderspezialitäten aus der Schweiz. Etwa den Xellent Edelweiss Swiss Gin von der Diwisa Distillerie Willisau SA. Dieser ist schon länger zwar nicht in aller, aber etlicher Munde und wurde auch schon mit Double Gold bei der San Francisco Spirits Competition im wahrsten Sinne ausgezeichnet. Hergestellt wird er aus Schweizer Roggen, Edelweiss sowie 25 Kräutern, Beeren und Blüten aus der Zentralschweiz und dem weichen Gletscherwasser vom Titlis.

Der Arctic Velvet Gin> von der ThoCon AG dagegen wird mit einem 2000 Jahre alten, weichen Quellwasser aus Grönland veredelt. Verfeinert wird er mit Zutaten wie Koriander aus Nordafrika, Kreuzkümmel aus Holland, Muskatnuss aus Indien und über 20 weiteren Botanicals, die dem Gin einen feinwürzigen Charakter verleihen.

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Die Appenzeller Alpenbitter AG dagegen verwendet für ihren Dry Gin 27 hauptsächlich asiatische Gewürze und Koriander. Unter Mitwirkung der drei Barfachleuten Peter Roth, Christian Heiss und Markus Blattner entstand ein von Blumen, Kräutern und zartfruchtigen Noten geprägter Gin, der seinen Namen dem Entstehungsort verdankt: Weissbadstrasse 27 in Appenzell.

Und dann gibt es noch den Studer Swiss Gold Gin aus Quellwasser von den Schweizer Alpen. Er enthält vor allem Zitrusgras, Engelswurz, Kubenpfeffer, Lavendelblüten, Koriander und Ingwer und wird in einer kugelförmigen Flasche angeboten, deren Boden nach innen in die Flasche ragt und das Matterhorn darstellen soll. Ein besonderer Gag noch zum Schluss: Der Swiss Gold wird noch mit Goldflitter veredelt.

Weitere GINnovationen

Auch in Österreich hat man den Reiz des Gins wieder entdeckt. Der Gin-Alpin der Brennerei Guglhof enthält 23 Botanicals aus alpiner Herkunft, darunter Schwarzbeeren, Mehlbeeren, Bergminze, Alpenrosenblüten und -blätter. Das Resultat schmeckt nach Noten von Zitrusfrüchten und Gewürzen.

Ebenfalls aus Österreich, von der Edeldestillerie Josef Farthofer, kommt der O-Gin, ein Organic Gin aus über 20 Zutaten, darunter Koriander und Kubebenpfeffer. Er zeigt sich im Glas mit Aromen von Zitrusfrüchten und Koriander und schmeckt fruchtig mit einem Nachhall von dezenten Grapefruit-Wacholdernoten.

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Auch die Franzosen können mit zwei bemerkenswerten Gin-Marken aufwarten. Da ist zum einen der Saffron Gin der Gabriel Boudier Distellerie aus Dijon, der unter anderem mit Koriander, Limetten- und Orangenschalen, Fenchel, Schwertlilien und Angelikawurzeln verfeinert wird. Die Zugabe von Safran verleiht ihm noch einen speziellen Geschmack und eine auffällige Färbung.

Bei EuroWineGate verwendet man als Grundlage kein Getreide, sondern Trauben der Sorte Ugni Blanc aus der Region Cognac. Die beiden Resultate G-Vine Gin Nouasion und G-Vine Gin Floraison, die unter anderem Ingwer, Lakritz, Cassia-Rinde und Muskatnuss enthalten, zeigen sich von einer sanften, würzigen und blumigen Seite.

Auch in Übersee kennt man das Geheimnis eines ausgezeichneten Gins. Der weiche Dictador Treasure aus Kolumbien wird aus Beeren, Pflanzen, Gewürzen, Zitrusschalen und der kolumbianischen Frucht Limon Mandarino hergestellt. Nach der Destillation reift der Gin über 6 Monate lang in ehemaligen Rumfässern.

Wer Gin nicht pur bevorzugt, die Produzenten bieten auf ihrer Website teils sehr ausgefallene Mixrezepte an.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 ausserdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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Matthias Herzog

Auf Gin-Basis basiert ebenso der Rasputin und ist auch ein einheimisches Produkt.
www.rasputin.ch

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