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Bio-Produkt Amaro Averna – Im Namen der Familie

Bio-Produkt Amaro Averna – Im Namen der Familie
Copyright Anja Hanke

Dies ist die Geschichte einer Familie. Und die Geschichte eines über 140-Jahre alten Bio-Produktes. Beide gehören untrennbar zusammen, denn die Avernas stellen ihren Amaro Averna bis heute unter strengsten Qualitäts-Auflagen und nach einem geheimen Rezept her. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise nach Sizilien – und in eine lange Vergangenheit mit genussvoller Zukunft.

Heiss brennt die Sonne vom Himmel. Es ist grün in diesen Sommermonaten. Nicht typisch für diese Jahreszeit und für Sizilien. Aber im Winter und Frühjahr hat es viel geregnet und die Erde dankt es in floraler Pracht. In den Hügeln wachsen Kakteen und Olivenbäume. Pinkfarbene Wildoleander, gelbe Ginsterbüsche und Gräser überziehen die sonst kläglich rotbraune Erde.

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Die Luft hat schon lange den salzigen Geschmack des Meeres verloren. Caltanissetta liegt etwa anderthalb Autostunden von der Hafenstadt Palermo entfernt – mitten im glühenden Herzen der Insel. Hier begann vor langer Zeit ein Stück Geschichte Siziliens: Die Geschichte eines Amaro – eines Magenbitters – und eine Familiengeschichte. Denn ohne seine „famiglia“ wäre der Averna nicht das, was er heute ist – einer der weltbekanntesten Digestifs, die es gibt.

Geschichte, die Genuss trägt

Bei der Familie Averna werden ausschliesslich hochwertige Rohstoffe verwendet
Bei der Familie Averna werden ausschliesslich hochwertige Rohstoffe verwendet

Doch genau das soll nun geändert werden. Nein, nicht der Geschmack des Avernas – aber die Tatsache, dass er vor allem als Digestif bekannt ist und als solcher getrunken wird. „Wir haben ein Produkt, dessen Variationsmöglichkeit bislang unterschätzt wird“, ist Francesco Rosario Averna überzeugt. „Unser Amaro kann viel mehr, als nur mit einer Scheibe Zitrone auf Eis im Glas zu liegen.“

Und er muss es wissen. Schliesslich leitet er mit seinen Geschwistern das Unternehmen in der vierten Generation. Er ist einer der vier Menschen weltweit, die das geheime Rezept kennen. Er liebt die Geschichte des sterbenden Mönches, der seinem Urgrossvater aus Dankbarkeit vor über 150 Jahren das kostbare Rezept für die braungoldene Kräutermixtur gab. Und er ist weise genug, um die Tradition, Geschichte und Qualität in der Neuzeit am Leben zu erhalten.

Für ihn ist Averna nicht nur eines der ältesten Bio-Produkte der Welt, sondern vor allem ein Familienunternehmen und Grundstein seiner eigenen Familiengeschichte, die im 21. Jahrhundert angekommen ist und deren Name verpflichtet.

Für viele ist Averna bis heute nur ein Getränk, das bitter und süss zugleich ist. Das von Frauen wie von Männern getrunken wird. Und das von nun an auch Spass machen soll. „Unmöglich?“, fragt Michele di Carlo und hat die Antwort gleich selbst parat: „Nein!“ Die Familie Averna hat den wohl berühmtesten Bartender Italiens als Botschafter des Amaros und als neues Familienmitglied, so scheint es, engagiert.

Es ist diese einladende Herzlichkeit und die typische Gastfreundlichkeit der Sizilianer, die diesen Eindruck hinterlässt und die von der Familie mit jeder Pore gelebt wird: Ein offenes Haus in dem jeder Willkommen ist und warm empfangen wird.

Ein Virtuose der Spirituose

Der wohl berühmteste Bartender Italiens - Michele di Carlo
Der wohl berühmteste Bartender Italiens – Michele di Carlo

Michele di Carlo sieht ein bisschen aus wie Schauspieler und Schwimmlegende Bud Spencer in seinen besten Jahren: etwas voluminös, schwarz gekraustes Haar, stets mit einem verschmitzten Lächeln in den Augenwinkeln und einem Grinsen im Gesicht.

Mit seinen Mitte 50 fungiert der Genussexperte immer wieder erfolgreich als Berater für Firmenprodukte. Konzerne wie Coca Cola, Nestlé und Bacardi setzen auf sein Wissen und Erfahrung in Kampagnen und bei Produktentwicklungen. Seine Philosophie des Geschmacks setzt er auch in der Organisation Slow Food, die er als Meister für Destillate und Liköre vertritt, um.

Als „Gustofo“ bezeichnet er sich selbst. Eine selbsterfundene Verbindung aus dem italienischen Gusto für Geschmack und dem Wort Philosoph. „Ich will mit meinen Cocktails mein Land präsentieren.“ Er liebt es, Altes neu zu entdecken, zu überraschen, frech zu sein, und all dies ins Glas zu bannen. „Die Zunge kann uns viel erzählen, wenn wir ihr Zeit geben und interpretieren lernen.“

Der Rosso Siciliano
Der Rosso Siciliano

So erweckt er das beste Siziliens mit Averna, in dem edlen Bitterlikör mit gecrunchtem Eis und Blutorangensaft mischt und den Glasrand mit Meersalz verziert. Beim Trinken des „Rosso Siciliano“ schmeckt man die Mittelmeerinsel: Der goldbraune Averna ist die kräftige Erde, die Orangen die Sonne und das Salz das Meer. Ein simpler und nachahmbarer Cocktail, der auf dem Eiland schon am Mittag getrunken oder auch gern als Aperitif gewählt wird.

Experimentieren, das ist die Devise di Carlos. Mehr Eis und man hat ein kleines alkoholisches, aber erfrischendes, Sorbet. So hat er dem verkannten Magenbitter schon viele neue Gesichter verpasst: Eisgekühlt über Milcheis gegossen als Dessert, im gefrorenen Glas mit Kräutern dekoriert, als „Amaro Dolce“ mit Orangenlikör, Sirup und Espresso versüsst.

„Es ist die neue Art der Cocktails, die ich mit Averna mache. Nichts Kompliziertes, dass schwer im Magen liegt. Mit Zutaten, die man oft nicht erwartet und die das Produkt komplett verändern.“

Liebe, die man schmecken kann

„Magie“ nennt es Luisa Averna liebevoll. Es ist eine Liebe, die die Avernas mit ihrem Amaro verbindet. Etwas Tiefes, das jedes Familienmitglied in seinen Bann zieht und sie alle noch heute in der einstigen Sommerresidenz, dem heutigen Kernstück der Produktionsstätte, hält.

„Hier haben wir unsere Wurzeln. Nirgendwo könnten wir den Amaro besser produzieren.“

Und das, obwohl sich das Unternehmen mittlerweile über ganz Italien erstreckt und 350 Mitarbeiter zählt. Nur ein winziger Teil von ihnen arbeitet am Ursprungsstandort – viele seit mehreren Generationen. Es ist eben nicht nur eine Mischung aus Lavendel, Minze, Thymian, Salbei, Beifuss, Zimt, Orange, Zitrone und all den vielen kleinen Geheimnissen, die jährlich zu zehn Millionen Litern verarbeitet werden, die die Menschen an den Amaro binden. Es ist eine Leidenschaft.

„Anders wäre all dies nicht möglich“, weiss Maria Louisa. Obwohl sie eine Eingeheiratete ist, lebt sie Averna mit jedem Atemzug und weiss um die Zeit, die es braucht, bis all die Zutaten zu „Samt auf der Zunge“ geworden sind.

Ein köstlicher Kosmopolit von der Insel

Der Amaro Averna nach der Abfüllung
Der Amaro Averna nach der Abfüllung

Mindestens sechs Monate benötigen die Kräuter, Wurzeln, Zucker, Alkohol und Wasser, bis sie in die Flasche abgefüllt und in die Welt geschickt werden können. Nachdem die einzelnen Zutaten dem kritischen Auge der Laboranten standgehalten haben, ruhen die zerkleinerten Kräuter bis zu zwei Monate auf reinem Alkohol. Dieser Infus, das Herzstück, wird in weiteren Abläufen mit gebranntem Zucker und Zuckersirup vermengt.

Es klingt einfach und dennoch bedarf es einer Mischung aus Erfahrung, Feingefühl und Geduld. Alles zu seiner Zeit, alles mit Gefühl und einer feinen, sensiblen Zunge. Jeder Abschnitt im Herstellungsprozess verändert die Persönlichkeit des Likörs und bringt ihn ein Stück näher zur Vollendung.

Damit der Geschmack immer seine konstante Wiedererkennung behält, werden stets neue mit älteren Produktionen vermengt. Es entsteht eine Art Cuvée, die vor der Abfüllung in die Flasche noch einmal 40 bis 50 Tage im Keller gelagert wird. Auch hier ist die Zeit entscheidend – und natürlich das Urteil der Familie.

Erst, wenn die vier Geheimnisträger, die Oberhäupter der Avernas, sicher sind, dass sich die Zutaten mit dem Alkohol in einen runden Gleichklang auf der Zunge vereint haben und es ihr Averna ist, werden die Tanks geöffnet. Erst dann darf ein neuer Averna-Jahrgang das Licht der Welt erblicken.

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Und diese Welt ist grösser als die Insel an der Stiefelspitze Italiens, auf der der Frühling wunderschön, aber kurz und der Sommer heiss und feurig ist. Die Insel der Antike und Moderne, der verschiedenen Einflüsse vieler Epochen und Kulturen, der Einheimischen und Touristen. Seine Welt ist die Welt der Bars und Lounges, der Locations von Kennern und Geniessern, von alten Bekannten und neuen Freunden, von Puristen und Entdeckern.

Weitere Informationen unter www.amaroaverna.it

Über die Autorin

Es gibt sie ganz selten. Doch Anja Hanke hat das grosse Glück zu ihnen zu gehören: Den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Sie liebt gutes Essen, handgefertigte Weine, erlesene Produkte und diese Verbindung an den verschiedensten Orten dieser Welt einzufangen – und für ihre Leser genussvoll aufzubereiten.

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