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Irland – Die mystische grüne Genussinsel

Irland – Die mystische grüne Genussinsel
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Zutaten erster Güte – das ist die Basis der irischen Küche. Sei sie klassisch deftig oder kreativ leicht. Irland ist ein Paradies für Kulturfreudige, Naturliebhaber – aber vor allem für Geniesser. Lassen Sie sich von unserer Autorin Anja Hanke im ersten Teil unserer Irland-Geschichte auf die grüne Insel entführen.

Die Kamera schwenkt über das raue, tosende Meer, das an der steinigen, hoch emporragenden Küste wild aufbäumend zerschellt. Dann zieht sie über das Land: Grün, satt, fast irreal schön und unberührt wild liegt es da. Fast glaubt man seinen Augen nicht trauen zu können – so perfekt erscheint das nordeuropäische Eiland.

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 Reiche Fanggründe
Reiche Fanggründe

Die Impressionen von grasenden Schafen, der fruchtbaren Weite und der atemberaubenden Freiheit, die uns seit Jahrzehnten aus der Kerrygold Werbung – der irischen Butter – via Fernsehbildschirm suggeriert werden. Die können doch nicht wahr sein! Und doch sie sind es. Spätestens, wer einmal die Reise nach Irland gemacht hat, der weiss: Das Attribut der magisch grünen Insel hat sich das Eiland mehr als verdient.

Genuss aus der Not geboren

Dieser einnehmenden Schönheit ist es wohl auch zu verdanken, dass Irland schon immer eine begehrte Bastion für Eroberer war: Kelten, Schotten, Normannen, Spanier und nicht zuletzt die Briten nannten die grüne Insel einst ihr Eigen. Wie so oft prägten diese fremdbestimmten Epochen die Kultur und auch die Küche des Landes. Doch sie stürzten die Bewohner Irlands auch in Tiefen.

Das Volk erlitt viele Hungersnöte. Essen wurde überlebenswichtig. Nahrhaft musste es sein. In diesen Zeiten entstanden Gerichte, die heutzutage weltberühmt sind: Eintöpfe, wie der Shepherd’s Pie und das delikate Irish Stew, das längst den traurigen Schleier des einstigen Arme-Leute-Essens abgelegt hat. Bodenständig – das ist das eine Gesicht des kulinarischen Irlands. Wobei einfach nicht schlecht heisst, denn die verwendeten Zutaten sind von hoher Qualität.

In den vergangenen Jahren formte sich zudem eine zweite kulinarische Identität: Köstliche Lokalpatrioten wie Austern, Hummer, Garnelen und Lachs haben nichts mit der ursprünglich schweren Landesküche gemein. Vor allem für ihren „Smoked Salmon“, den geräucherten Lachs, ist die Insel berühmt. An den Küsten wird er in vielen kleine Räuchereien aromatisch über Eiche, Buche und Torf nach alter Tradition veredelt.

Schon die Kelten entdeckten die Liebe zum Lachs aus irischen Gewässern. Hier galt er sogar als „Tier der Weisheit“. Die Köstlichkeiten des Meeres und der Flüsse stehen auch in verschiedenen Food Festivals im Zentrum. Das grösste von ihnen ist das Galway Oyster und Seafood Festival  Ende September.

Von der salzigen Seeluft aromatisiert

 Irish Stew - nahrhafte Kost, die von Innen wärmt.
Irish Stew – nahrhafte Kost, die von Innen wärmt.

Als geschmackvoller Gegenspieler setzt sich Fleisch in der irischen Küche durch. Das schwarze Angus Rind hat ein besonders zartes und aromatisches Fleisch. Doch auf ihr Lammfleisch sind die Iren besonders stolz. Das Connemara Berglamm wurde von der Europäischen Union sogar unter Schutz gestellt – und das süssliche Fleisch des Roscommon Lamms ist, laut vieler patriotischer Köchinnen, das Beste für jedes Stew.

Kein Wunder, denn die Tiere grasen eben auf jenen beeindruckend satten, malerischen Wiesen, die von der salzigen Seeluft getränkt werden. Diese besondere Aromatik kommt auch in den Farmhauskäsen der Insel zum Tragen. Die Käseherstellung in Irland lässt sich noch auf die Zeit der Mönchsklausen zurückführen. Seit 30 Jahren beleben kleine Manufakturen diese alte Tradition wieder: Vom Cheddar bis zum Blauschimmelkäse ein herrlicher Genuss, der besonders gut zu einem anderen Manufakturen-Schmankerl der Insel passt: Bier.

Längst muss das dunkle Guinness seinen abendlichen Stammplatz in den Pubs mit kreativen Neulingen teilen. Mehr als 40 kleine Mikrobrauereien formieren rund 200 junge, individuelle Biersorten. Eine starke und abwechslungsreiche Konkurrenz.

Ob Glas oder Teller – immer köstlich

Unbestritten jedoch behauptet der Irish Whiskey seinen Thron. Nicht nur bei den Iren selbst gilt das Destillat als „Wasser des Lebens“, als Hochgenuss und Ergebnis bester Zutaten und feinster Brennkunst. So wundert es nicht, dass der Besuch einer der ansässigen Brennereien – ob alteingesessen oder kleiner Newcomer – ein Muss für Touristen aus aller Welt ist.

 Auch für Trank ist auf der Grünen Insel gesorgt.
Auch für Trank ist auf der Grünen Insel gesorgt.

Apropos – Muss: Dazu zählt auch eine köstliche Tour durch die Inselhauptstadt Dublin. Vom erstklassigen Käsegeschäft bis zum angesagtesten veganen Restaurant entdeckt man auf diese Weise die geheimen, trendigen und vor allem köstlichen Ecken der Stadt.

Genussvoll vertiefen kann man sein köstliches Inselwissen auch auf Dublins lebhaften Foodmärkten. Hier schmeckt man sie alle – die Inselgenüsse – und das in gemütlicher Stimmung.

Es gibt kaum eine angesagtere Möglichkeit, die Herzlichkeit der Iren erleben. Denn für diese sind sie weltbekannt. Sie ist auch ein Grund, warum Touristen gern im privat geführten Bed & Breakfast wohnen. Da dampft der Kaffee morgens aromatisch, das Frühstück ist… typisch irisch… sehr gehaltvoll – und das Lebensgefühl, als würde man bei Freunden einkehren. Dabei stiehlt sich das grüne Eiland endgültig und unwiderruflich in Jedermanns Herz. Von jetzt an schlägt es ungezähmt wie der Wind, der über die schroffen Küsten prescht.

Genusstipps unserer Redaktion:

The Merrion

Aussergewöhnlich wohnen und speisen kann man in Dubliner Leading Hotel „The Merrion“. Das Hotel liegt im Herzen der Metropole und ist bei Kunstliebhabern beliebt, da sich nicht nur die National Gallery und das National History Museum in unmittelbarer Nähe befinden – das Hotel selbst besitzt die grösste private Kunstsammlung aus dem 19. und 20. Jahrhundert in ganz Irland.

Das hoteleigene Restaurant „Patrick Guilbaud“, ist das einzige Restaurant Irlands, das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Kunst und Genuss verschmelzen beim Afternoon Tea – dem einmaligen „The Merrion’s Art Tea“ – bei dem die filigranen Törtchen und Kuchen von Kunstwerken der hauseigenen Sammlung inspiriert sind.

Café en Seine

Ob tagsüber oder im lebhaften Nachtleben – das „Café en Seine“ ist immer angesagt. So angesagt, dass es 2015 sogar zu der besten Bar Dublins gewählt wurde. Vom Cocktail bis zur absolut göttlichen Tarte Tatin ist alles hausgemacht. Wer es gemütlich mag, der sollte sich hier einen Platz für den Sonntagsbrunch reservieren – und wer lieber selbst Hand anlegt, der kann an einer Masterclass teilnehmen und lernen, wie man den perfekten Drink oder Irish Coffee mixt.

Mourne Seafood Bar

Im Norden der Insel, in Belfast, gilt die „Mourne Seafood Bar“ als Garant für beste und kreative Fischküche – natürlich täglich fangfrisch aus den nahegelegenen Häfen von Annalong und Kilkeel. Die Muscheln und Austern stammen aus natürlichen Meeresbecken. Diese hohe Qualität der Grundprodukte wird zu feinen Gerichten gewandelt, klassisch und auch gern mit einem asiatischen Hauch.

Kelly’s Cellars

Eine Irlandreise ohne Besuch eines Pubs ist wie eine Nacht ohne Mond – sie ist einfach nicht perfekt. Gut gesättigt nach dem Fischessen in der „Mourne Seafood Bar“ braucht man nur wenige Schritte, um in Belfast ältesten Pub zu gelangen: Kelly’s Cellars ist unter Einheimischen ein Geheimtipp, „um den Herzschlag irischer Tradition zu erleben“.

Das Gebäude, in dem der Kult-Pub liegt, wurde 1720 erbaut – und bis heute ist der Geist dieser alten Zeit spürbar. Er verbindet sich charmant mit „neueren“ Akzenten. Wer sich Hunger aufgespart hat, der sollte zu seinem Guinness unbedingt das hausgemachte Irish Beef Stew kosten – denn so schmeckt man die Essenz der Insel in einem einzigen Moment.

Weiter Informationen unter www.ireland.com

Über die Autorin

Es gibt sie ganz selten. Doch Anja Hanke hat das grosse Glück zu ihnen zu gehören: Den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Sie liebt gutes Essen, handgefertigte Weine, erlesene Produkte und diese Verbindung an den verschiedensten Orten dieser Welt einzufangen – und für ihre Leser genussvoll aufzubereiten.

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