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Gemüse-Experte Krolik wird Koch des Jahres

15. November 2016 14:40

DEUTSCHLAND (Frankfurt) – Andreas Krolik arbeitet im Lafleur in Frankfurt am Main und wurde gerade vom Gault Millau zum Koch des Jahres gewählt. „Er bietet jedem Gast das Optimum an Geschmack und profiliert sich dabei als einer der besten Gemüseköche Deutschlands“, hiess es aus der Jury.

Von Ruth Preywisch

Restaurantkritiker wählen Koch des Jahres
Restaurantkritiker wählen Koch des Jahres

Der 42-jährige Krolik erreichte in der Bewertung der Restaurantkritiker von „Gault&Millau“ 18 von 20 möglichen Punkten im Wettbewerb um den Titel des besten Kochs. Ansonsten gab es in der Spitzengruppe der deutschen Köche im „Gault&Millau“ 2017 keine Veränderungen.

Fünf Küchenchefs wurden wie im Vorjahr mit 19,5 Punkten bewertet: Christian Jürgens von der „Überfahrt“ am Tegernsee, Klaus Erfort vom „GästeHaus“ in Saarbrücken, Harald Wohlfahrt von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn, Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach sowie Helmut Thieltges vom „Waldhotel Sonnora“ in Dreis in der Eifel.

Der neue Koch des Jahres Andreas Krolik wuchs im ländlichen Sachsen-Anhalt auf. Zur Wende war er in der neunten Klasse und wollte eigentlich Förster werden. Doch wegen Überkapazität wurden damals keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Krolik entschied sich für die Gastronomie und begann nach dem Schulabschluss eine Lehre als Koch in Süddeutschland.

Er erlernte den Beruf von der Pike auf, war allerdings nie bei einem der grossen Meister in der Küche. „Ich hatte keinen Mentor“, sagt er heute. Geschadet hat es dem mit zwei Sternen dekorierten Koch offenbar nicht. Er ist stolz darauf, sich alles selbst erarbeitet zu haben. „Das sind alles meine eigenen Ideen und meine Vorstellungen vom Kochen und vom Geschmack“, sagt er.

Saisonalität und vor allem das Kochen mit Gemüse gehörten für ihn von Anfang an dazu. Seine Familie baute ihr eigenes Obst und Gemüse an, hielt ein paar Schweine sowie Hühner und Gänse, das prägt Kroliks Küche bis heute.

„Die einheimischen Sachen, die Obst- und Gemüsesorten, die hatten wir jedes Jahr so erlebt, wie sie Saison hatten. Ich glaube, das hat sich schon ziemlich tief eingebrannt“, meint er. Heut gehöre natürlich auch Raffinesse mit dazu, aber das Produkt selbst steht bei Krolik stets im Mittelpunkt.

Als einziger Gourmetkoch in Deutschland bietet Krolik bereits seit zweieinhalb Jahren regelmässig ein veganes Menü an. Dafür mache er aber weder im Geschmack noch in der Kreativität Abstriche. Die Gäste honorieren seine Bemühungen, rund ein Viertel seiner Besucher entscheidet sich dafür.

Kein Wunder, denn Krolik bemüht sich, das vegane Gericht so attraktiv zu gestalten, „dass das Gegenüber mit dem konventionellen Gericht neidisch rüber guckt“, sagt er. Er selbst kann sich einen Wechsel zum veganen Leben allerdings nicht vorstellen: „Dazu esse ich viel zu gerne alles, was gut ist – egal ob Fleisch oder Pflanze.“

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