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Amazon fresh steht in den Startlöchern

29. März 2017 13:06

DEUTSCHLAND (Berlin) – Amazon plant nach Medienangaben offenbar den Start des Versands von Lebensmitteln in Deutschland. Logistische Unterstützung bekommt das Unternehmen dabei von der DHL. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Lebensmittelmarkt in Folge entscheidend verändern wird.  

Von Ruth Preywisch

Nach einem Bericht des Handelsblatts startet Amazon den Online-Lebensmittel-Versand ab April in Berlin, dort wurde das Verfahren auch bereits getestet. Auch München war Erprobungszentrum und dort wird nach Angaben der Süddeutschen Zeitung momentan eine neue Logistikhalle gebaut. Logistische Unterstützung bekommt Amazon laut dem Handelsblatt von DHL, der Tochtergesellschaft der Deutschen Post.

Kommen in diesen Paketen künftig auch Lebensmittel?
Kommen in diesen Paketen künftig auch Lebensmittel?

Diese betreibt mit Allyouneed Fresh bereits einen eigenen Lebensmittelversand. Das Handelsblatt will aus Branchenkreisen erfahren haben, dass Amazon seinen Lieferdienst für Lebensmittel schnell auf ganz Deutschland ausdehnen will. Offiziell bestätigt wurden die Informationen aber bislang nicht. Branchenexperten sehen im Online-Handel eine direkte Gefahr für die lokalen Unternehmen.

Bisher seien die Deutschen sehr zurückhaltend mit Online-Bestellungen von Lebensmitteln, der Anteil beträgt nur knapp 1,5 Prozent. In Grossbritannien liegt er aber schon bei vier Prozent und langfristig gehen die Experten davon aus, dass ein Anteil von zehn Prozent und mehr erreichbar ist. Eine Unternehmensberatung beziffert das Marktpotenzial gar mit sechs bis acht Milliarden Euro.

Dann könnten rund 15 Prozent der Supermärkte Verluste machen und es seien rund 40.000 Arbeitsplätze bedroht. Probleme sehen die Verbraucherzentralen vor allem hinsichtlich der Frische und Qualität der Lebensmittel. Wenn häufig unreifes Obst geliefert werde, würden die Kunden wahrscheinlich wieder auf die herkömmlichen Läden zurückgreifen, so die Verbraucherzentrale Bayern.

Denn da kein Widerrufsrecht auf individuell zugeschnittene oder schnell verderbliche Waren bestehe, seien Reklamationen schwierig. Einen klaren Vorteil hat der Online-Handel aber in jedem Fall: Er ist nicht an Öffnungszeiten gebunden. Gerade in Bayern, wo die Supermärkte um 20 Uhr schliessen müssen, seien die Läden im Nachteil.

Die grossen Lebensmittelhändler sind sich der Gefahr aber bewusst und setzt auf längere Öffnungszeiten. Und die grossen Ketten sind auch dabei, eigene Lieferdienste aufzubauen. Vorreiter ist bislang Rewe. Das Kölner Unternehmen bietet schon heute in rund 75 Städten die Möglichkeit, auch frische Lebensmittel im Internet zu ordern und dann nach Hause geliefert zu bekommen.

Konkurrent Edeka liefert dagegen nicht selbst, die Kette ist nur mit Frischeprodukten bei selbständigen Händlern im Netz vertreten. Der Discounter Lidl liefert zwar, beschränkt sich Online aber auf den Verkauf und die Lieferung von haltbaren Lebensmitteln. Aldi ist bisher nicht auf den Online-Trend aufgesprungen.

 

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