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Kichererbse

Kichererbse
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Allgemeines

Die Kichererbse entstammt der Familie der Hülsenfrüchtler und dient in diversen Teilen der Welt schon seit grauer Vorzeit als Nahrungsquelle. Auch wenn der Name es vermuten lässt, besteht kein direktes Verwandtschaftsverhältnis zur in Mitteleuropa beheimateten Erbse.

Es handelt sich um eine einjährig krautige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Die tatsächliche Wuchshöhe hängt jedoch von den klimatischen Bedingungen der Region ab, in der sie angepflanzt wird. Mit einem Lächeln kann die Namensherkunft der Speisepflanze gesehen werden. Die Vorsilbe Kicher lehnt sich an das lateinische Wort Cicer an, was wörtlich übersetzt „Erbse“ heißt. Kichererbse bedeutet also nichts anderes als „Erbsenerbse“.

Verbreitung

Vermutlich kommt die Kichererbse aus Anatolien. Hierbei handelt es sich um den asiatischen Bereich der Türkei. Dort lassen sich Belege finden, die einen Anbau dokumentieren, der über 8.000 Jahre zurückreicht. Von dort aus nahm die Hülsenfrucht ihren Weg über den gesamten Orient, aber auch in westlicher Richtung.

Im klassischen Altertum war die Kichererbse schon bis nach Griechenland gelangt und bahnte sich ihren Weg nach Italien. Zu Zeiten des Römischen Imperiums wurde die Speisepflanze dann endgültig über den europäischen Mittelmeerraum hinweg verbreitet, wo der Siegeszug erst einmal ins Stocken geraten ist. Auch wenn anzunehmen ist, dass die alten Römer die Kichererbse schon in unseren Sprachraum gebracht hatten, wird hierzulande eine Verwendung erst seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert.

Während den Weltkriegen wurde die Kichererbse vermehrt im südwestdeutschen Raum angebaut. Hier diente sie allerdings in gerösteter Form als Kaffeeersatz. Heutzutage ist Indien der größte Produzent der Kichererbse, die weltweiten Absatz findet und auch in Deutschland immer mehr Beachtung genießt.

Inhaltsstoffe

Wenn man die Inhaltsstoffe der Kichererbse betrachten, fällt auf, dass sie besonders reich an Eiweiß und Kohlenhydraten ist. So nehmen die Eiweiße 20 Prozent der Inhaltsstoffe ein, während die Kohlenhydrate sogar mit 50 Prozent aufwarten können. Zudem beinhaltet die Kichererbse wertvolle Balaststoffe, die Vitamine B1 und B6 sowie Folsäure.

Außerdem ist der Mineralstoffgehalt stark ausgeprägt. So verfügen sie über vergleichsweise viel Magnesium, Eisen und Zink. Kichererbsen sind besonders bei Vegetariern beliebt, was auch auf ihre Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Der Proteingehalt ist nur unwesentlich niedriger als bei Fleisch, was natürlich vom jeweiligen Tier abhängt.

Arminosäuren sind ebenso reichhaltig vertreten. Da Eiweiße (Proteine) für den biologischen Zellaufbau im Körper unentbehrlich sind, kommt der Hülsenfrucht die Verwendung als Fleischersatz zu. Hierbei macht sich die Kichererbse vom Gehalt her besser, als die meisten anderen Speisepflanzen.

Verwendung

Die Kichererbse ist in Indien und Mexiko immer noch ein Grundnahrungsmittel, das im Schnitt mehr als einmal in der Woche auf den Tisch kommt. Gerade hier wird sie auf viele verschiedene Weisen zubereitet. Hierzulande kann man die Kichererbsen getrocknet und eingelegt kaufen.

Eines muss bei der Verwendung der eingelegten Kichererbsen aber unbedingt beachtet werden. Die Flüssigkeit, die die Erbsen umgibt, ist nicht zum Verzehr geeignet und sollte vor der Zubereitung weggeschüttet werden. Rohe Kichererbsen enthalten nämlich den Giftstoff Phasin und den Bitterstoff Saponin. Beides wird bei eingelegten Erbsen an das umgebende Wasser abgegeben. Das Phasin verliert beim Kochen zwar seine Wirkung, jedoch ist der Bitterstoff immer noch enthalten, der das Geschmackserlebnis deutlich trübt.

Gekochte Kichererbsen können im Eintopf, in der Brühe und als Brei verzehrt werden. Die getrocknete Variante muss für diesen Gebrauch allerdings im Vorfeld für einen Tag eingeweicht werden. Außerdem ist die Verwendung als Falafel äußerst beliebt. Hierfür müssen die Kichererbsen nur zu Brei verarbeitet werden, der nach Belieben gewürzt werden kann. Danach wird das Gemisch gebacken und kann beliebig mit verschiedenen Inhalten gefüllt werden. Der eigenen Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Kichererbsenbrei macht sich übrigens im Zusammenspiel mit Sesam besonders gut. Hierbei handelt es sich um eine arabische Spezialität, die Hummus genannt wird.

Diabetiker

Kichererbsen haben einen besonders großen Ballaststoffanteil, der dazu beiträgt den Spiegel des Blutzuckers niedrig zu halten. Die Ballaststoffe werden im Dünndarm sehr langsam zerlegt. Während dieser Zeit steigt der Blutzuckerspiegel nur geringfügig an. Kontraproduktiv wären hingegen die sogenannten schnellen Kohlenhydrate, wie sie sich zum Beispiel in Weißmehlprodukten befinden. Für Diabetiker ist es also im besonderen Maße empfehlenswert, auf das Mehl aus der Kichererbse umzusteigen.

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