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Hafer

Hafer
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Allgemeines

Hafer ist eine Pflanzengattung, die auch den sogenannten Echten Hafer enthält. Hierbei handelt es sich um eine Nutzpflanze, die eigentlich unter der Betitelung bekannt ist und nahezu überall auf der Welt gegessen wird. Sie ist eine der gesündesten Getreidesorten überhaupt und gehört der Familie der Süßgräser an. Die Rede ist von einer einjährigen krautigen Pflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch wird. 

Der Anbau ist jedoch bei weitem nicht so verbreitet, wie vielfach angenommen wird. Das Hauptanbaugebiet erstreckt sich gerade einmal über die gemäßigten Klimazonen Europas und in den asiatischen Teil Russlands. Darüber hinaus wird Hafer in wenigen Teilen des Ostens Nordamerikas angebaut. Dabei stellt er nur wenige Ansprüche an die äußeren Bedingungen. Außer einem gemäßigten Klima bedarf es lediglich eines fruchtbaren Bodens. Auch eine besondere Anfälligkeit auf Schädlinge ist nicht gegeben. Für gewöhnlich erfolgt die Aussaat im Frühjahr. Geerntet werden kann im Spätsommer.

Wissenswertes

Die Geschichte des Hafers als Nahrungsmittel reicht bis in die Bronzezeit zurück. So belegen archäologische Funde, dass die Getreideart bereits vor 4.000 Jahren im arabischen Raum angebaut wurde. Nach Mitteleuropa gelangte der Hafer schließlich um das Jahr 400 vor der Geburt Jesu Christi. Vermutlich befanden sich die ersten Anbaufelder in der heutigen Schweiz, wo immer noch rege auf die Nutzung zurückgegriffen wird.

Obwohl der Hafer als gesündesten Getreide Mitteleuropas gilt, erlebte er lange Zeit ein Schattendasein. Erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Stellenwert schließlich an, sodass es sich heute um die zweit wichtigste Getreideart nach Roggen handelt. 

Die langjährige Bedeutungslosigkeit ist auch auf die Backeigenschaften des Hafers zurückzuführen. Das Getreide hat einen sehr geringen Kleberanteil. So lässt es sich nur zum Backen verwenden, wenn es mindestens im Verhältnis 1:2 mit einer anderen, klebetauglichen Getreideart vermengt wird.

Inhaltsstoffe

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe verrät, warum Hafer als gesündeste Getreideart unseres Breitengrades gilt. So enthält er herausragende 12 Prozent Eiweiße und 7 Prozent Fett. Die Rede ist von ungesättigten – sehr gesunden – Fetten. Hafer ist sehr nahrhaft, was auch die 56 Prozent Kohlenhydrate belegen. Vor allem in der Kleinkindernährung wird er daher sehr gerne eingesetzt.

Außerdem entfallen 3 Prozent auf verschiedene Mineralstoffe. Unter diesen sind Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen, Zink und Phosphor besonders stark vertreten. Regelmäßiger Verzehr von Hafer ist also nicht nur gut für das allgemeine Wohlbefinden, auch das Immunsystem, Haut, Haare, Knochen und Muskeln profitieren von den Inhaltsstoffen. Nennenswert sind zusätzlich die essentiellen Arminosäuren Leucin und Lysin. Keine andere Getreideart weist derart hohe Werte in Bezug auf die genannten Stoffe auf, wie es beim Hafer der Fall ist.

Verwendung

Hinsichtlich der Verwendung von Hafer in der Küche, müssen die verschiedenen Darreichungsformen unterschieden werden, in denen Hafer erhältlich ist. Am bekanntesten sind sicherlich die Haferflocken. Hierbei handelt es sich auch um eine der gesündesten Verzehrformen, da bei der schonenden Herstellung der Flocken die meisten Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Außerdem wird dem Hafer ein nussiges Aroma verliehen, was ihn für ein Müsli prädestiniert. Empfehlenswert ist ein Müsli mit Haferflocken und vielen Früchten. Das Vitamin C sorgt dafür, dass die Inhaltsstoffe des Hafers noch besser absorbiert werden können. Für Kleinkinder wird aus den Flocken gerne ein Haferbrei zubereitet. Dieser ist einfacher zu kauen und wird meist mit frischer Milch und etwas Zucker zubereitet.

Bereits angeklungen ist die Verwendung von Hafermehl. Aufgrund der gesundheitlichen Wirkung ist diese Variante absolut empfehlenswert, kann aber nicht alleine zum Backen verwendet werden. Trotzdem finden sich eine ganze Reihe Rezeptideen, die das Mehl raffiniert in die Brotzubereitung integrieren.

Vielen unbekannt ist die Hafermilch, die als Ersatz für die tierische Milch zu verstehen ist. Geschmacklich sicherlich gewöhnungsbedürftig, liefert sie aber einen wertvollen Beitrag zur Ernährung im Rahmen eines veganen Lebensstils, oder einer Lactoseintoleranz.

Die Hafergrütze wiederum ist in unserem Sprachraum relativ gängig, obwohl sie mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Was in Omas Kochbuch noch auf keinen Fall fehlen durfte, findet heutzutage immer weniger Anwendung, obwohl es sich um eine gesunden und schmackhafte Variante des Haferverzehrs handelt. Die Grütze wird vorwiegend bei herzhaften Speisen eingesetzt. Suppen und Eintöpfe lassen sich sichtlich aufwerten und auch als einfache Beilage zu Fleisch- und Fischgerichten ist die Grütze ein echter Gaumenschmaus.

Gesundheitlicher Nutzen

Wenn man den gesundheitlichen Nutzen von Hafer näher beleuchtet, ist es auch wichtig auf das hinzuweisen, was nur im geringen Maß in Hafer vertreten ist. Die Rede ist von Gluten. Der Stoff, auf den immer Menschen empfindlich reagieren, ist vergleichsweise gering im Hafer enthalten. Personen, die empfindlich auf Getreideprodukte reagieren, müssen nicht sofort jeder Form von Getreide abschwören. Oftmals hilft es schon, wenn Hafer statt Roggen und Weizen verwendet wird.

Ohnehin ist Hafer sehr gesund, sodass auch ohne akute Beschwerden zum regelmäßigen Verzehr geraten werden kann. Aber auch bei akuten Symptomen versprechen Haferprodukte Abhilfe. Je nach Qualität der Beschwerden muss dann aber auf andere Darreichungsformen zurückgegriffen werden. 

In Apotheken ist Hafertee erhältlich. Der Tee hat gleich eine Vielzahl von Anwendungsgebieten. So wirkt er beruhigend bei Magen-Darm-Krankheiten und kann Cholesterin binden, sodass es nicht in die Blutbahn gelangt. Der Tee kann auch als Badezusatz verwendet werden. Positive Erscheinungen zeigen sich bei Hautunreinheiten und Gelenkschmerzen.

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