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Straussenwirtschaften – Ein Stück Baden erleben

Straussenwirtschaften – Ein Stück Baden erleben
Copyright iStockphoto ©eurotravel

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, ist es in den Weinbauregionen Badens so weit! Die Besen- bzw. Straussenwirtschaften werden wieder geöffnet.

Dabei regelt die sogenannte Besenverordnung die Rahmenbedingungen, die für diese Art der Bewirtung gelten. Denn bei einer Besenwirtschaft handelt es sich um keinen Gaststättenbetrieb, daher hat man als Besenwirt ein paar spezielle Auflagen zu erfüllen.

Auf einen Blick: Empfehlungen für badische Straussen

So zum Beispiel, dass es nicht mehr als 40 Sitzplätze geben darf und die Bewirtung direkt am Hof des landwirtschaftlichen Betriebs erfolgen muss. Die angebotenen Speisen sind meist einfache Hausmannskost. Auch das ist vorgeschrieben. So steht in der Verordnung nachzulesen: „An Speisen dürfen nur kalte sowie einfach zubereitete warme Speisen verabreicht werden.

Darunter sind Gerichte zu verstehen, deren Zubereitung keine besonderen Fertigkeiten und ausserdem wenig Zeit und Mühe erfordern, z.B. heisse Würstchen, Rippchen mit Sauerkraut und Fertiggerichte einfacher Art.

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Aber nach einer ausgiebigen Wanderung oder Radtour hat man richtig Appetit auf deftige Hausmannskost. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man es mit den Portionsgrössen im badischen auch besonders gut mit seinen Gästen meint – daher sollte man wirklich hungrig in eine der Straussen einkehren.

Die Besenwirtschaft ist geöffnet
Die Besenwirtschaft ist geöffnet

Die meisten Straussen öffnen von März bis Mai und wieder von September bis November. Zu erkennen sind die geöffneten „Besenwirtschaften“ am ausgehängten, geschmückten Besen.

Derzeit sollte man sich noch im Vorfeld schlaumachen, welche Straussenwirtschaft geöffnet hat und vor allem unter der Woche auf die Öffnungszeiten achten, da es oftmals erst ab 16 Uhr etwas zu essen und zu trinken gibt.

Weite Anfahrten sollten daher gut überlegt oder mit einer Übernachtung verbunden werden. Das hat den Vorteil, dass man nicht auslosen muss, wer fährt und sich so auch alle ein bisschen durch die Weinkarte probieren können. Ausserdem ist die Gegend äusserst reizvoll, sodass sich ein Wochenendausflug durchaus lohnt.

Selbstverständlich bieten die Straussenwirte Ihren eigenen Wein oder Most an. Und je nachdem in welche der vielen badischen „Straussenwirtschaften“ es einen verschlagen hat, kann dort, vom einfachen Tafelwein bis zum ausgezeichneten Tropfen alles auf der Weinkarte stehen.

Gastfreundschaft wird hier gross geschrieben

Was die badische Gastfreundschaft betrifft – sie ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt! Und in den kleinen Straussenwirtschaften, die oftmals keine Reservierungen vornehmen, wird man von den Einheimischen gerne aufgefordert, sich mit an den Tisch zu setzen.

Geschwätzt wird hier selbstverständlich auch mit den „Fremden“, so verbringt man seinen Besuch in einer Strausse stets in netter Gesellschaft.

So zum Beispiel in der wunderschönen Ortenau in der Straussenwirtschaft Weingut Herztal. Hat man zuvor nicht angerufen und auf allen freien Tischen steht bereits „Reserviert“, so wird man hier von den Einheimischen herzlich dazu aufgefordert, sich mit an deren Tisch zu setzen.

Und nach ein paar Worten ist man auch schon mitten drin in der Gesprächsrunde. Besonders wertvoll sind auch die Tipps bei der Essensauswahl.

Dreierlei - deftige Hausmannskost und ebenso grosse Portionen
Dreierlei – deftige Hausmannskost und ebenso grosse Portionen

So sollte man zum Beispiel unbedingt einmal „Dreierlei“ mit Bibiliskäs, Brägele und Wurschtsalat versuchen – aber unbedingt den „Elsässer Wurstsalat“ anstelle des normalen Wurstsalats bestellen, denn dieser ist zusätzlich noch mit Käse. Eine ausgezeichnete Wahl, die besonders typisch für die badischen Straussen ist.

Die Wirtin und Chefin, Ulrike Müller, bedient hier auf eine äusserst sym(b)adische Weise. Die Weinkarte lässt auch denjenigen eine Chance etwas zu trinken, die noch fahren müssen, weil man viele offene Weine bereits als Achtele bestellen kann.

Übrigens: Für die Weine des Weinguts lohnt es sich auch öfters hier vorbei zu schauen. Finden sich hier doch neben Spätburgunder auch Merlot und Syrah auf der Karte. Ausserdem ein erst jetzt im März abgefüllter Pinot Noir Blanc de Noirs den es zu entdecken gilt.

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Die Speisekarte der Straussenwirtschaft bietet eine grosse Auswahl kalter und warmer Speisen zu sehr moderaten Preisen. Hier eine kleine Auswahl daraus:

  • Geräuchertes Forellenfilet mit Bauernbrot (Butter und Sahnemeerrettich) € 8,90
  • Zwei Fleischküchle mit Brägele oder Kartoffelsalat € 8,80
  • Winzervesper (Hausmacher, Käse, Speck, Kirschwasser, Bauernbrot) € 9,20
  • Schwartenmagen, sauer angemacht mit Brägele € 6,60
  • Dreierlei (Wurstsalat, Bibiliskäs/sauren Bohnen, Brägele) € 8,50
  • Flammkuchen mit Speck, Zwiebeln, Münsterkäse € 7,40

Öffnungszeiten Straussenwirtschaft:
Mittwoch bis Freitag ab 17 Uhr
Samstag ab 16 Uhr
Sonn- und Feiertage ab 12 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag
warme Küche bis 21 Uhr

Adresse:
Weingut Herztal
Herztal 115,
77704 Oberkirch-Nussbach
www.weingut-herztal.de

Weitere Empfehlungen für badische Straussen:

Weingut Matthias Becker – geöffnet von 1. April bis 31. Mai 2015
Almweg 7,
77799 Ortenberg/Käfersberg
www.weingut-becker-ortenberg.com

Hier werden keine Reservierungen angenommen und das Lokal ist in der Saison stets gut besucht! Angeblich werden hier weit und breit die besten Brägele serviert.
Die Dosenwurst ist aus eigener Herstellung und so kann man sich auch auf die Vesperplatte freuen.

Öffnungszeiten Straussenwirtschaft:
täglich von Mittwoch bis Sonntag ab 16 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag (ausser an Feiertagen)

Weingut Maier – geöffnet vom 11. März bis 10.Mai 2015
Karlsruher Str. 8,
76532 Baden-Baden
www.weingutmaier.de/strausswirtschaft

Hier kann man Flammkuchen oder Schälrippchen mit Sauerkraut in uriger Atmosphäre geniessen. Eine Tisch-Reservierung wird empfohlen.

Öffnungszeiten Straussenwirtschaft:
Dienstag bis Samstag ab 16 Uhr
Sonntag ab 14 Uhr
Montag Ruhetag

Steinel’s Strausswirtschaft – geöffnet vom 14. März bis 10. Mai 2015
Am Landgraben 6a
77833 Ottersweier
www.steinels-strausse.de

Die Straussenwirtschaft ist bekannt für ihre hervorragenden Flammkuchen und Vesperplatten.

Öffnungszeiten Straussenwirtschaft:
Dienstag bis Sonntag ab 18 Uhr
Montag Ruhetag

Weingut Michel – geöffnet vom 11. März bis 25. April 2015
Winzerweg 24,
79235 Achkarren
www.weingutmichel.com

Hier geniesst man ausgezeichnete Weine zu selbst gemachten Flammkuchen oder regionalen Speisen. An Samstagen wird selbst gemachter Kartoffelsalat zum Schäufele serviert.
Bei schönem Wetter wird auf der Terrasse bewirtet.

Öffnungszeiten Staussenwirtschaft:
Mittwoch bis Freitags 17.00 – 23.00 Uhr
Samstag 15.00 – 23.00 Uhr
Sonntag, Montag und Dienstag Ruhetag

Griestal-Strausse – geöffnet vom 20. März bis 25. Oktober 2015
Griestal 2,
79112 Freiburg-Opfingen
www.griestal-strausse.de

In der Spargelsaison kommt hier feldfrischer Bio-Spargel auf den Teller. Auch der Salat aus eigenem Anbau schmeckt zusammen mit geräucherter Forelle besonders gut im Sommer.
Und für Leberle mit Brägele, eine alte badische Spezialität, verfeinert mit Majoran und Äpfeln, kommen die Gäste immer wieder gerne zum Tuniberg bei Freiburg.

Öffnungszeiten Straussenwirtschaft:
Montag bis Freitag ab 17 Uhr
Samstag ab 15 Uhr
Sonn- und Feiertage ab 12 Uhr
Kein Ruhetag

Über die Autorin

Dorit Schmitt hat sich seit 2007 dem Genuss verschrieben und sich auf die Kombination von edlen Weinen und feiner Schokolade spezialisiert.

Ihre sensorische Ausbildung genoss sie 2006 an der Weinakademie Krems. Seit 2011 schreibt Sie regelmäßig für Ihr Online Magazin „Aromenspiele“ und auf Ihren Blogs.

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