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Reuben Riffel – Ehrliche Küche währt am Längsten

Reuben Riffel – Ehrliche Küche währt am Längsten
Copyright One&Only Kapstadt

Jung, dynamisch, kreativ – Reuben Riffel steht für das weltoffene und moderne Gesicht der Regenbogennation Südafrikas. Genau so ist auch die Küche des Starkochs, der im Prestigehotel One&Only in Kapstadt ein Restaurant hat. Wir trafen ihn zu einem Gespräch über seine Küche, den Geschmack Südafrikas und die Liebe zu seiner Heimat.

Vielleicht inspirierte ihn der Buttermilchpudding, den er einst mit seiner Mutter zusammen kochte. Längst sind diese Tage vergangen. Heute ist Reuben Riffel ein Star hinter dem Herd. Nicht nur, dass der 41-Jährige eine eigene TV-Sendung hat, in der er kocht, seine Kochbücher werden regelmässig zum Bestseller.

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Dabei war er erst gar nicht so begeistert als er in seiner Geburtsstadt Franschhoek in der malerischen Weinregion Südafrikas die Ausbildung zum Koch begann. „Die Aussicht immer am Wochenende arbeiten zu müssen, hat mich einfach nicht gereizt“, meint er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Doch sein Talent und sein kreatives Gespür, alltägliche Gerichte modern und aufregend anders zu inszenieren überzeigte schnell.

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Das Hotel One&Only. Im Hintergrund: der Tafelberg

Mittlerweile betreibt der umtriebige Koch vier trendige Spitzenrestaurants, die regelmässig Bestbewertungen in den südafrikanischen Gastronomie-Guides erhalten. Sein Reuben’s im Luxushotel One&Only in Kapstadt gilt als die In-Location für einen genussvollen Abend. In bester Lage – direkt an der beliebten Viktoria & Alfred-Waterfront angeschlossen – und mit Blick auf die idyllischen Kanäle in der luxuriösen Hafenregion der Stadt, bietet es die perfekte und genussvolle Ausgangbasis für einen illustren Abend in der City.

Reuben Riffel im Interview mit Anja Hanke

Anja Hanke: Reuben, was unterscheidet Ihre Restaurants voneinander und warum ist das Reuben’s im One&Only Kapstadt für Sie so besonders?

Reuben Riffel: Es ist mein erstes Restaurant in der Stadt. Ich liebe Kapstadt einfach, da geht es mir nicht anders wie den meisten, die diese wunderschöne Stadt einmal besucht haben. Und ich liebe das One&Only. Ein tolles Hotel. Es war eine grosse Ehre für mich, als ich gefragt wurde, ob ich dort ein Restaurant eröffnen möchte. Natürlich wollte ich (Er lacht auf.). Im Grunde unterscheiden sich meine Restaurants mehr im Ambiente und der Lage.

Das „Reuben’s at the Robertson“ liegt in einem Boutiquehotel in einer ländlichen Gegend. Wir beziehen viele saisonale Produkte direkt von den Bauern. Die Küche meines Restaurants in Franschhoek konzentriert sich ebenfalls auf die regionalen Produkte. Hier sollen sich die Gäste einfach wie zu Hause fühlen – weil es mein zu Hause ist. In Kapstadt ist das Restaurant deutlich grösser. Wir befinden uns hier in einem international renommierten Hotel. Die Gerichte sind cleaner, urban und stylischer. Ich mag diese verschiedenen Welten aber sehr!

Anja Hanke: Wie sehen Sie selbst Ihren Stil zu kochen?

Reuben Riffel: Ganz klar südafrikanisch, gezeichnet von meinen Wurzeln, meinen Reisen und meinen Kollegen. Ich würde sagen, es ist eine moderne Bistroküche mit ganz klaren lokalen Einflüssen. Mir geht es nicht darum, meine Gäste mit irgendwelche Türchen und Schräubchen zu beeindrucken. Ich will einfach, dass ihnen meine Gerichte schmecken. Denn Essen soll Freude machen! Ich liebe gute, regionale Zutaten und versuche kleine Züchter und Farmer zu unterstützen, wo immer es mir möglich ist.

Anja Hanke: Wie bringen Sie Südafrika in Ihre Gerichte?

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Duck Cropped aus dem Restaurant Reuben’s

Reuben Riffel: Die Augenmerk liegt bei mir klar auf den Aromen, nicht so sehr auf der traditionellen Zubereitungsweise. Ich versuche den Geschmack einzufangen, mit dem wir aufgewachsen sind: würzig, sauer und süss … So schmeckt auch das Leben. Unsere Küche ist ein wahrer Schmelztiegel der Einflüsse. Da geht es uns wie den meisten Ländern der Welt, wobei bei uns die Grenzen mehr verschmelzen. Unsere wirklich traditionellen Gerichte stammen von den Xhosa, den Buschmännern, Zulu, Griekwa etc. Das ist echte, ehrliche Bauernküche. Südafrikanische Gerichte sind wundervoll: Karoo-Lamm, Sprinkbok, Strauss, Kudu, Gnu, Waterblommetjies Stew (ein typisches Schmorgericht), Bobotie (eine Art südafrikanischer Hackbraten mit, Malva Pudding (ein getränkter Kuchen mit einer Art Vanillesauce)… Ich liebe diese Gerichte.

Anja Hanke: Wie hat Ihre Karriere angefangen?

Reuben Riffel: Zuerst machte ich meine Ausbildung zum Koch in Franschhoek. Irgendwann zog es mich dann, wie viele Köche, ins Ausland. Ich arbeitete einige Jahre in England. Als ich zurückkam, hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt für etwas Neues, Eigenes ist. Ich fand ein paar Partner, wir bekamen schnell Auszeichnungen, wurden bekannter – und der Rest ist Geschichte. (lacht.) Verrückt, wenn man bedenkt, dass ich als Kind eher introvertiert und schüchtern war.

Anja Hanke: Haben Sie ein Lieblingsgericht?

Reuben Riffel: Leicht gesalzene knusprige Lammrippen mit kross gebratenen Kartoffeln, dazu in Knoblauch gedünstete grüne Bohnen und ein Rosmarin-Lamm-Jus. Das beweist mir immer wieder: Wenn die Zutaten gut sind, können die einfachsten Gerichte einfach nur perfekt sein.

Anja Hanke: Auf welche Gewürze können Sie nicht verzichten?

Reuben Riffel: Die indischen Einflüsse sind bei uns in der Küche sehr stark, daher Kreuzkümmel und Garam Masala.

Anja Hanke: In welchen Momenten sind Sie kreativ und inspiriert neue Gerichte zu erschaffen?

Reuben Riffel: Wenn ich esse. (Er lacht.) Aber auch, wenn ich Autofahre und mir die unser Land anschaue oder Menschen zu höre, die über Essen reden und erzählen, was sie daran so lieben – egal, ob Fast Food-Liebhaber oder Gourmet. Diese Ideen probieren wir dann aus, meine Chefköche geben ihren Input dazu. Manchmal finde ich das gut, manchmal weniger – aber am Ende entscheiden unsere Gäste darüber, ob ein Gericht geht oder bleibt.

Anja Hanke: Was bedeutet Kochen für Sie?

Reuben Riffel: Der ultimative Ausdruck von Liebe und Fürsorge. Wenn wir nur kochen würden, um Essen zu verkaufen, wäre das ziemlich traurig und auch langweilig. Jedoch kochen, um dem Gaumen des Gastes zu verwöhnen, ist das grösste Geschenk, das man bekommen kann.

Anja Hanke: Wenn Sie privat Essen gehen – welchen Tipp haben Sie für unsere Leser?

Reuben Riffel: Ich gehe oft ins Racine. Das ist ein neues Restaurant auf der Chamonix Farm in Franschhoek. (www.chamonix.co.za/cuisine)

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Anja Hanke: Wie wird sich Ihrer Meinung nach die südafrikanische Küche entwickeln?

Reuben Riffel: Generell verändert sich Afrika immer viel und immer sehr schnell. Inzwischen arbeiten weltweit südafrikanische Köche, die – genau wie ich – heimkehren und neue Ideen mitbringen. Wir kopieren nicht, wir verschmelzen und hoffen, dass unsere Gäste in Südafrika etwas Einzigartiges erschmecken können. Deswegen schöpfen wir alle Zutaten und Kochstile aus.

Anja Hanke: Was lieben Sie an Ihrem Heimatland?

Reuben Riffel: Das Wetter, die Schönheit und Vielfalt der Landschaft. Aber vor allem liebe ich die Menschen, diese erstaunlich fürsorglichen, liebevollen Menschen, die sich sehr um unser Land kümmern. Wir bekommen so ein Gefühl der unendlichen Möglichkeiten. Das ist etwas, was ich sonst nirgends auf der Welt so fühle.

Anja Hanke: Haben Sie ein Lebensmotto?

Reuben Riffel: Es ist einfach: Sei ehrlich zu dir selbst.

Mehr zu Reuben’s unter reubens.co.za

Hotel-Tipp: Das One&Only Cape Town

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Aussicht vom Balkon einer Suite im One&Only Kapstadt

Poleposition. Schon Sharon Stone, Clint Eastwood und Robert de Niro logierten im One&Only Cape Town. Warum? Die Antwort liegt klar auf der Hand: die Lage. Denn das Luxusresort liegt nicht nur direkt an der berühmten Waterfront, sondern bietet auch einen herrlichen Panoramablick auf den Hafen und das Wahrzeichen der Stadt – den Tafelberg.

Die 131 Zimmer und Suiten zeugen von Eleganz, gepaart von afrikanischen Elementen. Genuss hat im One&Only Cape Town viele Gesichter: Neben Reuben Riffel zeichnet sich auch der asiatische Spitzenkoch Nobu Matsuhisa für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich. Entspannung mitten im pulsierenden Kapstadt bietet die exklusive Spa-Insel des Resorts, die neben einem wunderschönen Pool auch einen Wellnessbereich für Behandlungen bietet.

Mehr unter: capetown.oneandonlyresorts.com

Über die Autorin

Es gibt sie ganz selten. Doch Anja Hanke hat das grosse Glück zu ihnen zu gehören: Den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Sie liebt gutes Essen, handgefertigte Weine, erlesene Produkte und diese Verbindung an den verschiedensten Orten dieser Welt einzufangen – und für ihre Leser genussvoll aufzubereiten.

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