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Priska Thuring – Auf einer köstlichen Reise

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Copyright Dubravkin Put

In der Welt zu Hause und in der Ferne angekommen – so könnte der aktuelle Lebensstatus von Priska Thuring lauten. Geboren in der Schweiz und aufgewachsen in Kanada zog es sie wieder zurück nach Europa. Im Dubravkin Put in Zagreb kreiert die junge Spitzenköchin nun eine mediterran inspirierte Gourmet Cuisine für die sich ein Abstecher in die Hauptstadt Kroatiens allemal lohnt.

Wenn Sie Zagreb als Hotspot für Gourmets bislang noch nicht auf Ihrer „bucket list“ hatten, dann sollten Sie es ganz schnell auf Platz eins setzen. Denn hier kocht Priska Thuring eine stilvolle, verspielte, avantgardistische und zugleich liebevoll bodenständige Küche. Klar, kreativ und kunstvoll – so mag sie es.

Aufgewachsen im weiten Kanada ging die gebürtige Schweizerin für ihre Ausbildung zur Köchin wieder zurück in die europäische Heimat. Im berühmten Grand Dolder in Zürich begann sie ihre Laufbahn, arbeitete in Dubrovnik, in Rovinj und schwingt nun beherzt den Kochlöffel in einem kulinarischen Geheimtipp im Herzen einer leisen Metropole.

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„Zagreb ist eine wunderschöne Stadt, die mich in vielen Momenten an Wien erinnert. Sie hat denselben bezaubernden Flair, ist nicht zu gross und auch nicht zu klein – und immer noch ein Geheimtipp. Aber die Stadt ist jung und es passiert viel. Ich fühle mich hier richtig zu Hause“, macht die 32-Jährige Lust auf eine Reise.

Das Gute kommt aus der Nähe

Das Dubravkin Put in Zagreb, Kroatien
Das Dubravkin Put in Zagreb, Kroatien

Reisen, das Leben an fremden Orten zu erleben, sich neu erfinden – das ist die Matrix der jungen Spitzenköchin. „Der beste Weg eine andere Kultur zu entdecken, liegt in deren Kochtöpfen“, ist sie sich sicher. So wundert es auch kaum, dass Priska Thuring die Vielfalt des Mittelmeerraums – ihrer Herzensheimat – in ihren Gerichten einfängt.

Kroatien ist so vielfältig und lebt von sonnenverwöhnten Produkten. Ich habe das Glück, sie aus allen Regionen des Landes zu beziehen – und was ich hier nicht in der besten Qualität bekomme, beziehe ich aus unseren Nachbarländern. Ich möchte, dass meine Gäste schmecken wo sie gerade sind.“

Daher kommt es auch nicht selten vor, dass man die leidenschaftliche Köchin gern einmal persönlich auf dem nahegelegenen Wochenmarkt beim Einkauf entdeckt. „Ich liebe die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten“. Von der kleinen Entenzucht bis zur Mikro-Käserei oder der Rinderfarm. Gern darf es auch mal etwas selbst gesammeltes, wie Bärlauch, Wildspargel oder Pilze sein. „Kochen und Essen sind einfach mein Leben.“

Mit Vollgas am Herd

Priska Thuring: Das Kochen ist ihr Leben
Priska Thuring: Das Kochen ist ihr Leben

Neustart. Als kulinarische Leitung und Küchenchefin im eleganten Designhotel Lone in Rovinj war es jahrelang Priska Thurings Aufgabe für spannende gastronomische Konzepte und einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Dabei ging das Wichtigste unter: das Kochen. „Ich wollte unbedingt wieder selbst am Herd stehen“, sagt sie.

Ihre Wahl für den „Back to the roots“-Schritt fiel auf das Gourmetrestaurant Dubravkin Put. „Ein Restaurant mit einer langen Geschichte in der kroatischen Hauptstadt. Etabliert und doch offen für frischen Wind.“ Die perfekte Ausgangsbasis für einen köstlichen Neustart.

Im elegant mondänen Ambiente interpretiert sie ihre Idee einer gehobenen mediterranen Küche, die von der Qualität der Produkte ebenso lebt, wie von der Harmonie und Klarheit der einzelnen Aromen. Wer sich auf eine kreative Reise begeben möchte, lässt die Küchenchefin einfach mal machen. Eines ist dabei garantiert: Sie werden nicht enttäuscht.

Was sie an ihrer Arbeit liebt? „Die gute Energie, die ein kreativer Job mit sich bringt – und das Adrenalin, das man spürt, wenn das Restaurant voll ist und die Küche brennt. Da lebe ich richtig auf.“ Kein Wunder, dass das Lebensmotto der Passionistin „Work hard, play hard“ lautet – was man mit „Arbeite hart und lebe gut“ übersetzen könnte. Beides tut sie.

Die Spitzenköchin im Interview

Frau Thuring, Sie sind in zwei Welten aufgewachsen – welche bestimmte die Küche Ihrer Kindheit?

Meine Mutter war eine grossartige Köchin. Meine Liebe zum Essen und Kochen kommen ganz klar von ihr. Ich erinnere mich an unsere ersten Jahre in Kanada. Damals kochte sie noch viele Schweizer Gerichte – besonders zu Ostern, Weihnachten und an Geburtstagen. Aber später wurde ihre Küche eine Art kosmopolitischer Mix.

Ein bisschen Amerika, ein bisschen Kanada, ein bisschen Europa. Sie nahm sich von jedem das, was ihr am besten gefiel und probierte ständig Neues aus. In Kanada ist es auch normal, dass man viel Fleisch ist und wir hatten einen grossen Gemüsegarten, aus dem wir uns reichlich bedienen konnten. Es war eine tolle Zeit.

Wie haben Sie selbst mit dem Kochen begonnen?

Ich half meiner Mutter immer bei der ganzen Hausarbeit, ganz besonders gern aber beim Kochen. Als ich dann 14 Jahre alt war, hatte ich einen Ferienjob in einer Cateringfirma, den ich zwei Jahre machte. Direkt nach der Schule arbeitete ich dann als Kellnerin in einer Lodge in einem National Park. Bediente, wusch das Geschirr ab – und half immer wieder in der Küche aus. Damals wurde mir klar, dass Spüler immer leicht zu finden sind, Köche nicht.

Priska Thuring kocht mit frischen regionalen Lebensmitteln
Priska Thuring kocht mit frischen regionalen Lebensmitteln

Und dann gingen Sie zurück nach Europa, zurück in die Schweiz?

Ja, als ich 18 Jahre alt war, ging ich zurück nach Zürich. Dort wollte ich in einem Hotel eine Ausbildungsstelle zur Köchin finden. Erst meine Tante brachte mich auf die Idee, mir dabei das Beste zu suchen, was mir passieren konnte: Das Grand Dolder. Ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich die Zusage bekam. Ich – ein Mädchen aus Kanada, das nur ein gebrochenes Schweizerdeutsch redete und die Sprache kaum lesen oder schreiben konnte!

Es gibt weltweit nur wenige berühmte Chefköchinnen. Ist es härter für Frauen sich in der Küche durchzusetzen?

(Lacht herzlich auf.) Entschuldigung, dass ich lache. Ich musste nur gerade daran denken, was ich alles in den männerdominierten Profiküchen erlebt habe. Die Antwort lautet definitive ja! Es wird einem schnell klargemacht, dass man als Frau dort nicht hingehört. Man muss erst einmal beweisen, dass man es “wert” ist. Aber was soll ich sagen!? Ich habe ein dickes Fell.

(Sie grinst frech.) Warum? Ich verzichte auf lange Fingernägel, trage kein Make-Up auf der Arbeit, es ist ein heisser, schweisstreibender Job, der einen körperlich sehr fordert, lange Arbeitsstunden, keine Feiertage oder Wochenenden, wenn andere frei haben. Und trotzdem werde ich meist als erstes gefragt, ob ich Kinder habe. Ich werde immer anders betrachtet als männliche Kollegen!

Träumen Sie denn davon, irgendwann in die Liga der grossen, weltberühmten Chefköche zu zählen?

Ich möchte einfach, dass meine Gäste erkennen, dass ich einen guten Job mache und sie ihre Zeit mit Freunden oder der Familie bei einem perfekten Menü geniessen. Wer braucht dann schon Ruhm!?

Neben dem Glanz auf dem Teller steht das Dubravkin Put auch für ein aussergewöhnliches Weinsortiment.

Wir haben 500 verschiedene Weine im Sortiment, eine grosse Auswahl an Whiskeys, Rums und Gins. Meine Leidenschaft für Weine haben die Menschen geweckt, die sie auch machen. Die Winzer selbst. Ich hatte das Glück mit einigen viel Zeit zu verbringen. Letztlich sind sie genauso passioniert und verrückt wie wir Köche.

Aber wenn man die Möglichkeit hat mit einem Winzer im Weinberg zu stehen und seine ganze Geschichte erfährt, schmecken die Weine einfach anders, intensiver, persönlicher. Ich liebe sie alle, egal ob aus Kroatien, Italien, Südafrika, Südamerika, Spanien …

Nach all den verschiedenen Wohnorten. Sind Sie jetzt angekommen oder träumen Sie noch einmal vom Aufbruch in ein anderes Land, eine andere Kultur?

Ich bin immer offen für eine Veränderung. Wenn sich eine tolle Chance ergibt, warum nicht!? … Ich sehe das als eine Erfahrung, die mich weiter reifen lässt. Ich habe noch nicht die ganze Welt gesehen – und ich hoffe auf die Möglichkeit noch mehr von ihr zu entdecken!

Für welchen Star würden Sie gern einmal Kochen?

Ich hatte einmal das Glück für Nelson Mandela kochen zu dürfen … Das kann keiner mehr toppen!

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Wenn Sie sich selbst beschreiben müssten, welches sind ihre besten und ihre schlechtesten Eigenschaften?

Oh, das ist schwer. Ich glaube, dass ich sehr ehrlich, direkt und herzlich bin … aber leider bin ich auch sehr ungeduldig, deswegen würden manche wohl sagen, dass ich mich schnell aufrege. (Sie lächelt verschmitzt.) Ist wohl auch so.

Über die Autorin

Es gibt sie ganz selten. Doch Anja Hanke hat das grosse Glück zu ihnen zu gehören: Den Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Sie liebt gutes Essen, handgefertigte Weine, erlesene Produkte und diese Verbindung an den verschiedensten Orten dieser Welt einzufangen – und für ihre Leser genussvoll aufzubereiten.

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