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Heisse Verführung in Rot – Glühwein selber machen

Heisse Verführung in Rot – Glühwein selber machen
Copyright iStockphoto AlexRaths

Schon wieder kalte Füsse bekommen? Wenn das nur an den niedrigen Temperaturen liegt, gibt es schnelle Abhilfe. In Form von roten Glühwein. Aber nicht den billigen vom Discount oder auf den meisten Weihnachtsmärkten. Guten Glühwein macht man am besten selbst.

Interessant. Alleine in Deutschland werden jährlich etwa 40 Millionen Liter roter Glühwein in der Adventszeit getrunken. Danach ebbt meist das Verlangen ab, obwohl es oft im Januar und Februar noch so richtig kalt wird.

Nun denn, Glühwein trinkt man am besten dann, wenn einem danach ist. Das kann auch in kühlen April-Nächten sein. Man muss ja nicht immer mit dem Strom schwimmen. Und dass Glühwein keine Erfindung der Neuzeit ist, belegen Rezeptbücher aus der Antike, die durchaus ähnliche Gewürzzutaten verwendeten, die auch heute noch üblich sind.

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Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man das eine oder andere Glas auf dem Weihnachtsmarkt gegen die zunehmende Kälteempfindung trinkt. Aber bedauerlicherweise ist die Basis der meisten Fertiggetränke von ähnlich hoher Qualität wie die Grillhähnchen aus Massentierhaltung vom Schnellimbiss. Bestenfalls überdecken in beiden Fällen Gewürzmischungen den faden Geschmack des Hauptbestandteils.

Wer aber Wert auf Genuss legt, mischt sich das Heissgetränk am besten selbst. Und das Angenehme dabei ist, man kann es vorbereiten und auch ein paar Tage bis zur nächsten Kaltfront aufbewahren.

Die idealen Zutaten

Der wichtigste Bestandteil eines Glühweins ist das kalte Ursprungsprodukt. Welchen Wein man zum Erhitzen verwendet sollte sich nach den persönlichen Vorlieben richten.

Wer gerne Spätburgunder trinkt, verwendet diese Sorte auch beim Glühwein. Wer es kräftiger im Geschmack mag, nimmt dazu beispielsweise einen Cabernet Sauvignon, Merlot, Tempranillo, Pinotage oder Shiraz.

Aber nicht die billigsten Varianten dieser Weine, es muss aber auch keine Flasche zu 20 Euro sein. Schliesslich trinkt man den Wein ja nicht pur, sondern peppt ihn mit diversen Gewürzen und Früchten auf.

Die klassischen Zutaten für den roten Glühwein sind traditionelle Weihnachtsgewürze wie Kardamom, Koriander, Nelken und Zimt. Aber der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch Orangen-, Limetten und Zitronenschalen, Vanille, Sternanis, Ingwer, Kakao oder Pfeffer machen aus dem selbst gemachten Glühwein eine heisse Verführung mit Geschmacksexplosionen.

Was zu beachten ist

Nur eines darf man nicht, die Mischung auf deutlich mehr als 78° Celsius erhitzen oder gar aufkochen lassen. Dann verschwindet nicht nur ein Teil des Alkohols, auch der Geschmack der Gewürze verändert sich und wird zumindest leicht bitter.

Egal ist dagegen, ob man trockenen, halbtrockenen oder lieblichen Rotwein verwendet. Gerade bei letzterem ist allerdings die Auswahl begrenzt. Abhilfe kann man aber mit Zucker jeder Art oder Honig schaffen. Süssstoff ist nur empfehlenswert, wenn man diesen etwas anderen Geschmack mag und etwa alkoholfreie Lightgetränke liebt.

Eine immer beliebter werdende Variante ist die Zugabe von Spirituosen im fertigen Glühwein. Amaretto, Portwein oder Fruchtliköre sorgen für eine breitere Geschmackspalette, Wodka eher nur für einen höheren Alkoholgehalt.

Wer auf den Schuss nicht verzichten mag, sollte es aber auch einmal mit holzgereiftem Grappa, spanischem Brandy oder Cognac probieren. Diese auf Weinbasis hergestellten Produkte unterstützen den Weingeschmack mehr als etwa Wodka und verfremden ihn weniger als das bei Rum der Fall ist. Aber erlaubt ist hier, was einem schmeckt.

Weshalb Glühwein so beliebt ist, hat übrigens ausser dem wärmenden Effekt noch einen anderen Grund. Die ätherischen Öle der Gewürze sorgen in der dunkleren Jahreszeit für positive Gefühle. Na denn, auf die kühlen Monate.

Rezeptvorschläge

Zimtstangen, Orangenzesten und Sternanis gehören für viele zum Glühwein dazu
Zimtstangen, Orangenzesten und Sternanis gehören für viele zum Glühwein dazu

Klassiker

Zutaten:
1 Bio-Zitrone
1 l Rotwein
2 Stangen Zimt
3 Nelken
4 EL Rohrzucker
etwas geriebener Kardamom

Zubereitung:
Die Zitrone in dünne Scheiben schneiden und zusammen mit dem Rotwein, Zucker, den Zimtstangen und Gewürznelken in einen Topf geben. Alles bis etwa 78° Celsius erhitzen, dann zugedeckt mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen und danach durch ein Sieb abgiessen. Nach persönlichem Geschmack mit Kardamom verfeinern und nach Bedarf mit Zucker oder Honig nachsüssen.

Moderne Variante

Zutaten:
8 Kardamomkapseln
10 Pimentkörner
10 Nelken
4 Sternanis
1 Tl Anissaat
1 Tl Koriandersaat
1 Stange Zimt
1 l Rotwein
1 Bio-Orange
1/2 Bio-Zitrone

Zubereitung:
Die Kardamomkapseln mit der breiten Seite eines Messers aufdrücken. Mit Piment, Nelken, Sternanis, Anissaat, Koriander und Zimt in einen Teebeutel geben und zubinden.

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Rotwein, wenn man das Getränk etwas weniger stark mag 250 ml Wasser dazugeben, mit dem Teebeutel zugedeckt erhitzen. Orange und Zitrone in dünne Scheiben schneiden. Zum Wein geben und zugedeckt bei milder Hitze 15 Minuten ziehen lassen. Danach den Teebeutel über dem Wein ausdrücken und entfernen. Nach Bedarf mit Zucker oder Honig süssen.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 ausserdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

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